Wenn die Frage ein Teil des Problems ist

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Mails wie diese bekomme ich ziemlich häufig: Jemand beschreibt mir seinen bisherigen beruflichen Weg und wie er sich jetzt in einer Sackgasse sieht, weil ihm überhaupt nicht gefällt und entspricht, was er täglich tut. Die Verzweilfung ist verständlicherweise groß, wenn man gleichzeitig nicht weiß, was man denn tun möchte. Zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass Interessen und eigene Vorstellungen von einem glücklichen Leben bisher keine große Geige spielten. Entscheidungen für Ausbildung, Studium und Jobs waren eher von vermeintlicher Vernunft geprägt – was der Arbeitsmarkt angeblich braucht und will, was sicher erscheint und gut bezahlt wird.  „Wenn die Frage ein Teil des Problems ist“ weiterlesen

Die drei Ebenen des Projekts Neuorientierung – Teil 3: Planung und Struktur

Tom Diesbrock Zeitmanagement

Als unser eigener Job-Entwickler sorgen wir also dafür, mit kreativen Blick über den Tellerrand neue und gute Ideen für unsere zukünftige Tätigkeit zu entwickeln. Mit dem Hut des Selbst-Managers auf dem Kopf kümmern wir uns darum, motiviert und mit Energie bei der Sache zu sein und mentale Blockaden aus dem Weg zu räumen.

Ich treffe immer wieder Menschen, die ihre berufliche Neuorientierung zwar mit Volldampf, hochmotiviert und sehr kreativ betreiben – aber trotzdem nicht zum Ziel kommen. Obwohl sie viele großartige Ideen haben, was sie alles tun könnten und möchten, werden daraus nie Job-Projekte – also definierte und von allen Seiten durchdachte Alternativen, die prägnant (siehe dazu den 1. Teil) genug sind, um eine Entscheidung zu treffen.  „Die drei Ebenen des Projekts Neuorientierung – Teil 3: Planung und Struktur“ weiterlesen

Die drei Ebenen des Projekts Neuorientierung – Teil 1: Der Entwicklungsprozess

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Ich habe einige Ideen, was ich beruflich machen könnte. Es würde mir bestimmt liegen, mit Menschen zu arbeiten, gern im sozialen Bereich. Ich kann mir auch vorstellen, in einem großen internationalen Unternehmen angestellt zu sein – vielleicht im Marketing oder auch im PR-Bereich. Oder ich mache mich mit irgendwas selbstständig – das wäre auch möglich. Ich KANN mich nur einfach nicht entscheiden – Entscheidungsfreudigkeit ist nicht gerade meine größte Stärke. Aber ich will endlich etwas anderes tun, deshalb muss sofort eine Entscheidung her.“

So eine Problembeschreibung höre ich mindestens einmal in der Woche. Jemand hat schon eine Weile gegrübelt und einige ungefähre Vorstellungen davon, was er beruflich machen könnte. Und jetzt meint er, sich entscheiden zu müssen. Dabei sieht er aber nicht, dass eine halbwegs vernünftige Entscheidung auf dieser Grundlage überhaupt nicht möglich ist. „Die drei Ebenen des Projekts Neuorientierung – Teil 1: Der Entwicklungsprozess“ weiterlesen

Die drei Ebenen des Projekts Neuorientierung

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Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie selbstverständlich Menschen ihren beruflichen Neustart allein durch Grübeln hinbekommen wollen.

Ich bin seit Jahren unzufrieden mit meinem Job, und ich beschäftige mich schon so lange mit möglichen Alternativen. Aber ich komme einfach nicht weiter! Mir fällt nicht ein, was ich tun könnte. Oder wollte. 

Meine erste Frage ist dann meistens: Was haben Sie denn bisher getan, um auf neue Ideen zu kommen? Wie haben Sie danach gesucht? Und in den meisten Fällen lautet die verdutzte Antwort ungefähr so :

Was hätte ich denn TUN sollen? Ich habe natürlich nachgedacht! Ganze Nächte habe ich schon vergrübelt. Und natürlich rede ich ständig mit allen möglichen Leuten darüber. Glauben Sie nicht, dass ich es mir leicht mache! Aber mir kommt einfach keine gute Idee… „Die drei Ebenen des Projekts Neuorientierung“ weiterlesen

Paula – ein Fall von Profil-Blockade

Tom Diesbrock - mentale Blockade

Ich traf heute eine Bekannte von mir, eine junge Frau, nennen wir sie Paula, die ich im Frühjahr auf einer Wanderung kennen gelernt hatte. Das Gespräch kam bald auf ihre berufliche Situation, die alles andere als rosig ist: Paula hat ihr Abi seit zwei Jahren in der Tasche und weiß immer noch nicht, wohin ihre berufliche Reise gehen soll. Sie hält sich mit Jobs über Wasser, wird damit aber immer unglücklicher, denn sie möchte endlich etwas tun, was sie fordert und weiterbringt.

Paula hatte sich im Sommer auf einen Studienplatz für Medizin beworben und eine Absage bekommen. Jetzt erzählte sie mir von ihren Überlegungen, vielleicht in Budapest zu studieren. Ich fragte sie (wie das so meine Art ist), was sie denn nach dem Studium genau machen möchte. Sie wolle zwar Ärztin werden, aber nicht Patienten auf Dauer betreuen, also keine zu alten Leute, Sportmedizin könne sie sich vorstellen – oder Anästhesie, denn das habe mit Technik und Biologie zu tun, was sie interessierte, und es sei nicht mit so viel Patientenkontakt verbunden… Das machte mich stutzig. In ihrer Vorstellung vom Arztberuf schienen die Menschen nicht der entscheidende Faktor zu sein. Da läge es doch näher, gleich etwas Technisches, Pharmazeutisches oder Biologisches zu studieren? Hmm, ja, da sei etwas dran. „Paula – ein Fall von Profil-Blockade“ weiterlesen

Der neue Job soll vor allem sicher sein!

Ein Artikel auf Spiegel Online vom 11.07.12 zitiert sehr interessante Ergebnisse einer Umfrage der Unternehmensberatung Towers Watson (Deutsche gehen auf Nummer sicher). Obwohl die Wirtschaftskrise uns ja bisher kaum berührt hat, nimmt für deutsche Arbeitnehmer das Kriterium Sicherheit bei der beruflichen Orientierung einen deutlich höheren Rang ein als bei anderen Europäern. Jetzt mag man meinen, dass uns das Bedürfnis nach Sicherheit einfach im Blut liegt – umso erstaunlicher, dass in der Vorgängerstudie vor zwei Jahren das Thema als weit weniger wichtig gesehen wurde.

Wenn man bedenkt, dass die Arbeitswelt uns genau diesen Faktor immer weniger garantieren kann in Zeiten ständiger Umbrüche und Umstrukturierungen, finde ich dieses Ergebnis eher beunruhigend.

Denn je stärker wir auf ein Kriterium fokussieren, desto blinder sind wir für andere! So mag man einen stark sicherheitsorientierten Menschen locken, indem man ihm Kontinuität und Entwicklungsmöglichkeiten verspricht – kann dies aber möglicherweise gar nicht einlösen, weil man sich kurze Zeit später Sparen und Jobabbau auf die Fahnen schreibt.

Unbedingt lesen!

Über das Prägnanz-Problem bei Entscheidungen

Mit folgendem Anliegen kommen Menschen häufig zu mir:

Jemand möchte sich dringend beruflich verändern. Er schildert mir einige Ideen, die möglicherweise berufliche Optionen werden können. Sie sind noch sehr schwammig und der Job dahinter nur in Umrissen erkennbar. Aber mein Gegenüber ist verzweifelt und ratlos, weil er nicht weiß, für welche Option er sich jetzt entscheiden soll. In seinen Augen ist das Problem seine Entscheidungsschwäche – die sich bisher hartnäckig weigerte, sich durch Grübeln oder pro-und-contra-Listen lösen zu lassen. „Über das Prägnanz-Problem bei Entscheidungen“ weiterlesen

Das Problem der zu vielen Ideen – ein Dialog

Im Frühjahr 2011 habe in meinem Job-Blog einen Text mit dem Titel „Ich habe einfach zu viele Ideen“ gepostet. Kurz darauf bekam ich eine Nachricht von einer Leserin, die genau unter diesem Problem litt. Wir vereinbarten, darüber einen schriftlichen Dialog zu führen, von dem vielleicht auch andere Leser profitieren.

Damit Sie verstehen, worum es geht, hier noch einmal der Text:

Ich habe einfach zu viele Ideen…

Nicht wenige der Menschen, die in meine Coaching-Praxis kommen, wollen unbedingt einen neuen Job, haben aber keine Idee, wie der aussehen könnte. Um diese Menschen geht es hier nicht. Sondern um die, die von sich sagen, dass sie viel zu viele Ideen haben. „Das Problem der zu vielen Ideen – ein Dialog“ weiterlesen

Wenn Entscheidung einfach nicht geht…

Anlass für diesen Text war eine Frage, die mir im Expertenforum von Monster.de gestellt wurde.

Wir kennen sie alle: Diese Entscheidungssituationen, im Job oder privat, in denen wir festhängen und das Gefühl haben, uns unmöglich entscheiden zu können. Je mehr wir darüber grübeln, desto schwieriger wird das Dilemma, als würden wir langsam aber sicher immer tiefer im Treibsand versinken. Ich werde häufig von Menschen gefragt, was sie in so einer Situation tun können. Hier einige Tipps:

• Das Allerschlimmste in einem Entscheidungsdilemma ist Druck: Zeitdruck, Druck von innen und außen – je mehr ich versuche, mich zu zwingen, SOFORT eine Entscheidung zu treffen, desto höher steigt mein Stresspegel und desto enger wird mein Tunnelblick. Auch wenn es uns unmöglich erscheint: Besser die Entscheidung verschieben als eine völlig falsche zu treffen. Konstruktiv ist es, sich einen festen Zeitpunkt zu nehmen, an dem die Entscheidung getroffen wird – nicht vorher! In ein paar Tagen, Wochen oder Monaten – je nachdem, wie bedeutsam die Frage ist.

• Kennen Sie wirklich alle Aspekte Ihrer Entscheidung? Sie sollten alle Für und Wider, alle Einflüsse, mögliche Konsequenzen und Risiken unbedingt – detailliert! – aufschreiben! Auch ein Worst-Case-Szenario plus Plan B gehört dazu – für den Fall, dass es schief geht

• Stellen Sie sich vor, Sie werden früher oder später feststellen, dass Ihre Entscheidung falsch war: Werden Sie sich dann neu entscheiden können? Was würde dann der Preis sein? Am besten legen Sie schon VOR Ihrer Entscheidung Check-Termine fest, an denen Sie sie überprüfen werden, um notfalls umzusteuern.

• Steckt hinter Ihrem Dilemma ein innerer Konflikt? Will ein Teil von Ihnen A, und ein anderer B? Sind die Beweggründe dieser Teile möglicherweise ganz unterschiedlich – d.h. steht Angst gegen Vernunft, Sicherheitsbedürfnis gegen Lust auf Aufbruch und Neuland? Bei einer Entscheidung würde dann immer ein Teil von Ihnen in eine schwierige, vielleicht schlimme Lage kommen. Nur vernünftig ist so eine Entscheidung nicht zu treffen! Wir müssen uns vorher unbedingt mit diesen Anteilen, ihren Ängsten und Wünschen beschäftigen und eine Lösung finden, mit denen alle leben können. Dazu ein anderes mal mehr!

• Wechseln Sie einmal die Perspektive: Machen Sie in Fantasie einen Zeitsprung – sagen wir, Sie sind 80 Jahr alt. Blicken Sie zurück auf Ihre schwierige Situation im Jahre 2011. Wie sehen, verstehen und bewerten Sie aus diesem Blickwinkel? Was ist anders? Und was würden Sie sich selbst raten?

Stecken Sie vielleicht gerade in einem Entscheidungsdilemma? 
Schreiben Sie mir gern darüber!