Zum Buchstart: Gestern Pferde – heute Fische

Vor knapp zwei Jahren veröffentlichte ich mein Buch Ihr Pferd ist tot? Steigen Sie ab! Wie Sie sich die innere Freiheit nehmen, beruflich umzusatteln. Darin ging es auch um die berufliche Neuorientierung – was ist also neu an Jetzt mal Butter bei die Fische?

Das tote Pferd habe ich für Leute geschrieben, die zwar beruflich schon lange unzufrieden sind – aber noch weit davon entfernt, auch aktiv zu werden. Denn seitdem ich als Karrierecoach arbeite (und das ist schon ziemlich lange), treffe ich auf solche frustrierten Menschen, die eines gemeinsam haben: Sie sehnen sich mit ganzem Herzen nach beruflichem Neuland, haben aber ihre „guten Gründe“, warum jede Veränderung für sie unrealistisch und völlig indiskutabel ist. Und bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass diese Gründe alles andere als gut und stichhaltig sind: Vor allem stecken dahinter Ängste vor dem Neuen und Unbekannten und den Risiken, die damit verbunden sein könnten, und ein viel zu negatives Bild der eigenen Chancen und Kompetenzen.

Mit dem toten Pferd wollte ich diese Menschen ein bisschen aufrütteln und ihnen einen Spiegel vorhalten – mit dem Ziel, ihnen zu zeigen, dass sie vielleicht Angst haben und blockiert sind, aber dass ihre Situation und ihre Möglichkeiten ganz bestimmt nicht so düster sind, wie es ihnen erscheinen mag. Ja, dass es ganz normal ist, im Stress in so einen „inneren Film“ zu geraten und dann zu glauben, dass es keinen Ausweg gibt.

Ich wollte erreichen, dass meine Leser sich selbst hinterfragen und dann höchstwahrscheinlich sehen, dass sie keine so „hoffnungslosen Fälle“ sind, wie sie geglaubt hatten. Und damit wird der Weg frei für die berufliche Neuorientierung.

Nur weiß ich als Coach auch, dass dies für die meisten kein leichter Weg ist. Wer lange ein totes Job-Pferd geritten hat, wird die bessere, lebendigere Alternative nicht einfach aus der Schublade ziehen. Am Anfang dieses Prozesses stehen fast immer große Fragen wie: „Was will ich überhaupt tun? Wie sehen meine Lebensziele aus? Was interessiert mich? Womit möchte ich mich am liebsten beschäftigen?“

Nicht wenige Menschen haben erst einmal keinen blassen Schimmer, was stimmige Antworten auf solche Fragen sein könnten! Und selbst wenn sie die gefunden haben – wie macht man daraus einen Job, mit dem auch an seine Miete bezahlen kann? Dazu kommt: Die Arbeitswelt in ihrer Komplexität und mit ihren Brüchen, Krisen und ständigen Umstrukturierungen, in der heute dieses und morgen das Gegenteil gilt, macht es uns auch nicht gerade leicht, darin unseren Platz zu finden.

Wer kein totes Pferd mehr reiten möchte, braucht Werkzeuge zur Ideenfindung, ein gutes Selbst- und Projektmanagement und nicht zuletzt auch etwas psychologisches Know-how, um mit seinen inneren Widerständen und Ängsten umgehen zu können. Das lernen wir weder in der Schule noch in der Uni…

Die wenigsten Ratgeberbücher und Seminare zur beruflichen Neuorientierung werden in meinen Augen diesen komplexen Anforderungen gerecht. Und so ist es kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen in dieser schwierigen Situation von einem Coach unterstützen lassen.

Mein neues Buch Jetzt mal Butter bei die Fische! will deshalb viel mehr sein als nur ein Rat-Geber. Ich begleite damit meine Leser wie in einem Coaching durch alle Phasen der Neuorientierung – von der Ideenfindung, über die Arbeit an konkreten Job-Projekten bis zum Tag der Entscheidung. Parallel zu diesem Entwicklungsprozess vermittele ich bewährte Werkzeuge, um Blockaden zu erkennen und zu lösen und sich von Ängsten und destruktiven Glaubenssätzen nicht das Heft aus der Hand nehmen zu lassen.

In dieses Selbstcoachingprogramm habe ich meine Praxiserfahrungen aus vielen Jahren einfließen lassen. Und wer Ihr Pferd ist tot? schon gelesen hat, wird damit den nächsten Schritt machen, seinen Schwung nutzen und durchstarten können.

Zum Schluss noch eine Warnung: Auch damit wird die Neuorientierung nicht zum Spaziergang. Ich halte überhaupt nichts von Versprechungen, dass die richtigen Fragen und einige sensationelle Tools ganz schnell und mühelos zum Traumjob führen! Veränderung ist immer Arbeit und braucht immer Engagement, Entschlossenheit und Zeit. Mit Jetzt mal Butter bei die Fische! möchte ich Veränderungswilligen helfen, ihren Weg zu finden und bis zum Schluss zu gehen – ich kann ihnen damit aber die Arbeit nicht abnehmen.

2 Antworten auf „Zum Buchstart: Gestern Pferde – heute Fische“

  1. Zu erkennen, dass eine Unzufriedenheit herrscht ist meiner Ansicht nach nicht schwer. Tatsächlich sind die meisten Menschen chronisch unzufrieden mit Ihrem Job und würden sich gerne neu orientieren. Viel schwieriger ist es meiner Ansicht nach, das richtige Ziel herauszufinden und dann mit aller Konsequenz und Durchhaltevermögen an dessen Verwirklichung zu arbeiten. Denn oftmals bewirken temporäre Verschlechterungen das schnelle Fallenlassen des Ziels und die Aufgabe. Ich bin der Meinung, dass nur das richtige Ziel die Kräfte zum Durchhalten freisetzen kann.

    1. Hallo Bernhard,
      ich stimme Ihnen hundertprozentig zu – ohne ein zugkräftiges Ziel sind konstruktive Veränderungen kaum möglich. Wenn „temporäre Verschlechterungen“ (von außen) dazu führen, dass jemand sein Ziel fallenlässt, liegt das in meinen Augen weniger an diesen Einflüssen – vielmehr sind es dann innere Widerstände und Ängste, die dadurch Rückenwind bekommen und sich Veränderungen in den Weg stellen…

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