Wenn Entscheidung einfach nicht geht…

Anlass für diesen Text war eine Frage, die mir im Expertenforum von Monster.de gestellt wurde.

Wir kennen sie alle: Diese Entscheidungssituationen, im Job oder privat, in denen wir festhängen und das Gefühl haben, uns unmöglich entscheiden zu können. Je mehr wir darüber grübeln, desto schwieriger wird das Dilemma, als würden wir langsam aber sicher immer tiefer im Treibsand versinken. Ich werde häufig von Menschen gefragt, was sie in so einer Situation tun können. Hier einige Tipps:

• Das Allerschlimmste in einem Entscheidungsdilemma ist Druck: Zeitdruck, Druck von innen und außen – je mehr ich versuche, mich zu zwingen, SOFORT eine Entscheidung zu treffen, desto höher steigt mein Stresspegel und desto enger wird mein Tunnelblick. Auch wenn es uns unmöglich erscheint: Besser die Entscheidung verschieben als eine völlig falsche zu treffen. Konstruktiv ist es, sich einen festen Zeitpunkt zu nehmen, an dem die Entscheidung getroffen wird – nicht vorher! In ein paar Tagen, Wochen oder Monaten – je nachdem, wie bedeutsam die Frage ist.

• Kennen Sie wirklich alle Aspekte Ihrer Entscheidung? Sie sollten alle Für und Wider, alle Einflüsse, mögliche Konsequenzen und Risiken unbedingt – detailliert! – aufschreiben! Auch ein Worst-Case-Szenario plus Plan B gehört dazu – für den Fall, dass es schief geht

• Stellen Sie sich vor, Sie werden früher oder später feststellen, dass Ihre Entscheidung falsch war: Werden Sie sich dann neu entscheiden können? Was würde dann der Preis sein? Am besten legen Sie schon VOR Ihrer Entscheidung Check-Termine fest, an denen Sie sie überprüfen werden, um notfalls umzusteuern.

• Steckt hinter Ihrem Dilemma ein innerer Konflikt? Will ein Teil von Ihnen A, und ein anderer B? Sind die Beweggründe dieser Teile möglicherweise ganz unterschiedlich – d.h. steht Angst gegen Vernunft, Sicherheitsbedürfnis gegen Lust auf Aufbruch und Neuland? Bei einer Entscheidung würde dann immer ein Teil von Ihnen in eine schwierige, vielleicht schlimme Lage kommen. Nur vernünftig ist so eine Entscheidung nicht zu treffen! Wir müssen uns vorher unbedingt mit diesen Anteilen, ihren Ängsten und Wünschen beschäftigen und eine Lösung finden, mit denen alle leben können. Dazu ein anderes mal mehr!

• Wechseln Sie einmal die Perspektive: Machen Sie in Fantasie einen Zeitsprung – sagen wir, Sie sind 80 Jahr alt. Blicken Sie zurück auf Ihre schwierige Situation im Jahre 2011. Wie sehen, verstehen und bewerten Sie aus diesem Blickwinkel? Was ist anders? Und was würden Sie sich selbst raten?

Stecken Sie vielleicht gerade in einem Entscheidungsdilemma? 
Schreiben Sie mir gern darüber!