Mein Blog (nicht nur) für berufliche Neuorientierung – Zeiten des Um- und Aufbruchs

Mein Blog (nicht nur) für berufliche Neuorientierung

Blog Tom Diesbrock berufliche Neuorientierung

Mein Blog (nicht nur) für berufliche Neuorientierung

Zeiten des Um- und Aufbruchs

Es gibt viele Gründe für den Wunsch nach beruflichen Veränderungen: Oft ist es Unzufriedenheit, nicht selten Überlastung. Manchmal sind es verlockende Jobangebote oder der Anruf eines Headhunters, die uns motivieren, unsere Koffer zu packen. Und manchmal steht einfach der nächste Schritt auf der Karriereleiter an.

Es gibt aber noch eine Motivation zur Veränderung, die in unserer Persönlichkeitsentwicklung begründet ist – und die wird oft übersehen oder unterschätzt: Von unseren ersten Schritten in Studium oder Ausbildung bis zum Tag der Pensionierung vergehen rund 45 Jahre. In dieser Zeit durchlaufen wir verschiedene Lebens- und Entwicklungsphasen, in denen sich unsere Persönlichkeit und unsere Werte und Bedürfnisse verändern.

Mit zwanzig sehen wir uns und die Welt natürlich anders als mit sechzig. Diese Veränderungen spiegeln sich auch in unserem Berufsleben wider: Anfangs geht es den meisten darum, sich zu etablieren und ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. Dann sind Aufstieg, Verdienst und Status wichtige Themen – oft verbunden mit einem hohen beruflichen Engagement. Das Leben wird komfortabler, Bindungen werden konstanter, Themen wie Verantwortung, Familiengründung und finanzielle Absicherung stehen im Mittelpunkt. Unsere persönliche und berufliche Identität gewinnt an Kontur und wird stabiler.

Zwischen Mitte und Ende dreißig haben die meisten Menschen materiell und beruflich einiges erreicht. Für viele verlieren Geld und Status jetzt als Motivation an Bedeutung. Je älter wir werden, desto stärker rücken Fragen in den Vordergrund wie: Wie und was will ich wirklich beruflich tun? Was ist für mich persönlich sinnvoll? Welchen Stellenwert soll die Arbeit in meinem Leben haben? Was möchte ich einmal weitergeben?

Diese Beschreibung ist natürlich recht pauschal und trifft nicht auf jeden zu. Wichtig finde ich anzuerkennen, dass unsere Lebensziele und -werte sich während unseres Berufslebens wandeln. Es wäre doch auch merkwürdig, wenn das, was uns mit Anfang zwanzig motiviert und bedeutsam erscheint, uns immer noch mit vierzig oder sechzig gleichermaßen wichtig wäre, oder? Es gibt natürlich Menschen, für die es unverändert ihr ganzes Leben lang um Geld und Gewinnen geht. Ihre Definition von Erfolg und einem erfüllten Berufsleben bleibt womöglich ein halbes Jahrhundert konstant. Aber das ist in meinen Augen die Ausnahme. Für die meisten Menschen bedeutet Erfolg in der Lebensmitte etwas anderes als in ihrer Jugend.

Es ist also ganz natürlich, dass wir Zeiten des Um- und Aufbruchs erleben – für viele sind dies keine einfachen Zeiten. Denn die alten Antworten stimmen auf einmal nicht mehr. Unsere veränderten Sichtweisen, Wünsche und Werte verlangen nach neuen Antworten und Lösungen. Die Frage „Wie will ich arbeiten?“ ist nur schwer zu trennen von „Wie will ich leben?“. Und wer schüttelt die Antwort darauf schon mal eben aus dem Ärmel?

Zwischen 35 und 45 erleben viele Menschen so eine Zeit des Umbruchs. Manche sind verwundert darüber, dass Ihnen eine Arbeit keine Freude mehr macht, die für sie lange Zeit gut und richtig war. Einige geraten in heftige Krisen, weil sie diesen schleichenden Prozess so lange wie möglich ignoriert haben. Eines Tages kommen sie aber nicht mehr an der Einsicht vorbei, dass ihr Job ein totes Pferd ist, das nicht mehr zu reanimieren ist.

Ich erlebe es im Coaching nicht selten, dass sich Menschen in dieser Zeit zum ersten Mal eingestehen, dass ihnen ihre Arbeit noch nie wirklich entsprach. Der Grund dafür ist häufig, dass sie sich in jungen Jahren ohne echtes Interesse für ihren beruflichen Weg entschieden haben – weil sie damals keine bessere Alternativen wussten, Freunde und Eltern dazu geraten hatten oder weil sie meinten, später noch die Weichen stellen zu können. In der Mitte ihres Berufsleben fragen sie sich dann zum ersten Mal aufrichtig, was sie wirklich wollen.

Je länger man versucht, sich an so zentralen Fragen vorbei zu mogeln, desto heftiger rüttelt es an den Fundamenten, wenn sie plötzlich vor der Tür stehen! Viele versuchen es so lange wie möglich mit den Rezepten und Antworten von vorgestern: Weiter auf der Karriereleiter, höheres Gehalt, höhere Herausforderungen, mehr Verantwortung – also „einfach weiter im Text, dann wird es schon irgendwie besser werden“. Aber das ist natürlich nur vordergründig einfacher und bequemer, und irgendwann geht es nicht mehr weiter. Mit einem abgelaufenen Flugticket reist es sich nicht gut.

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Ich möchte Sie für die Frage interessieren, wie weitreichend Ihr Wunsch nach beruflicher Veränderung ist. Geht es bei Ihnen auch um mehr als nur den „nächsten Job“? Sind Sie, ist Ihr Leben womöglich gerade in einer Phase des Umbruchs?

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Zeiten des Um- und Aufbruchs

Es gibt viele Gründe für den Wunsch nach beruflichen Veränderungen: Oft ist es Unzufriedenheit, nicht selten Überlastung. Manchmal sind es verlockende Jobangebote oder der Anruf eines Headhunters, die uns motivieren, unsere Koffer zu packen. Und manchmal steht einfach der nächste Schritt auf der Karriereleiter an.

Es gibt aber noch eine Motivation zur Veränderung, die in unserer Persönlichkeitsentwicklung begründet ist – und die wird oft übersehen oder unterschätzt: Von unseren ersten Schritten in Studium oder Ausbildung bis zum Tag der Pensionierung vergehen rund 45 Jahre. In dieser Zeit durchlaufen wir verschiedene Lebens- und Entwicklungsphasen, in denen sich unsere Persönlichkeit und unsere Werte und Bedürfnisse verändern. 

Mit zwanzig sehen wir uns und die Welt natürlich anders als mit sechzig. Diese Veränderungen spiegeln sich auch in unserem Berufsleben wider: Anfangs geht es den meisten darum, sich zu etablieren und ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. Dann sind Aufstieg, Verdienst und Status wichtige Themen – oft verbunden mit einem hohen beruflichen Engagement. Das Leben wird komfortabler, Bindungen werden konstanter, Themen wie Verantwortung, Familiengründung und finanzielle Absicherung stehen im Mittelpunkt. Unsere persönliche und berufliche Identität gewinnt an Kontur und wird stabiler.

Zwischen Mitte und Ende dreißig haben die meisten Menschen materiell und beruflich einiges erreicht. Für viele verlieren Geld und Status jetzt als Motivation an Bedeutung. Je älter wir werden, desto stärker rücken Fragen in den Vordergrund wie: Wie und was will ich wirklich beruflich tun? Was ist für mich persönlich sinnvoll? Welchen Stellenwert soll die Arbeit in meinem Leben haben? Was möchte ich einmal weitergeben?

Diese Beschreibung ist natürlich recht pauschal und trifft nicht auf jeden zu. Wichtig finde ich anzuerkennen, dass unsere Lebensziele und -werte sich während unseres Berufslebens wandeln. Es wäre doch auch merkwürdig, wenn das, was uns mit Anfang zwanzig motiviert und bedeutsam erscheint, uns immer noch mit vierzig oder sechzig gleichermaßen wichtig wäre, oder? Es gibt natürlich Menschen, für die es unverändert ihr ganzes Leben lang um Geld und Gewinnen geht. Ihre Definition von Erfolg und einem erfüllten Berufsleben bleibt womöglich ein halbes Jahrhundert konstant. Aber das ist in meinen Augen die Ausnahme. Für die meisten Menschen bedeutet Erfolg in der Lebensmitte etwas anderes als in ihrer Jugend.

Es ist also ganz natürlich, dass wir Zeiten des Um- und Aufbruchs erleben – für viele sind dies keine einfachen Zeiten. Denn die alten Antworten stimmen auf einmal nicht mehr. Unsere veränderten Sichtweisen, Wünsche und Werte verlangen nach neuen Antworten und Lösungen. Die Frage „Wie will ich arbeiten?“ ist nur schwer zu trennen von „Wie will ich leben?“. Und wer schüttelt die Antwort darauf schon mal eben aus dem Ärmel?

Zwischen 35 und 45 erleben viele Menschen so eine Zeit des Umbruchs. Manche sind verwundert darüber, dass Ihnen eine Arbeit keine Freude mehr macht, die für sie lange Zeit gut und richtig war. Einige geraten in heftige Krisen, weil sie diesen schleichenden Prozess so lange wie möglich ignoriert haben. Eines Tages kommen sie aber nicht mehr an der Einsicht vorbei, dass ihr Job ein totes Pferd ist, das nicht mehr zu reanimieren ist.

Ich erlebe es im Coaching nicht selten, dass sich Menschen in dieser Zeit zum ersten Mal eingestehen, dass ihnen ihre Arbeit noch nie wirklich entsprach. Der Grund dafür ist häufig, dass sie sich in jungen Jahren ohne echtes Interesse für ihren beruflichen Weg entschieden haben – weil sie damals keine bessere Alternativen wussten, Freunde und Eltern dazu geraten hatten oder weil sie meinten, später noch die Weichen stellen zu können. In der Mitte ihres Berufsleben fragen sie sich dann zum ersten Mal aufrichtig, was sie wirklich wollen.

Je länger man versucht, sich an so zentralen Fragen vorbei zu mogeln, desto heftiger rüttelt es an den Fundamenten, wenn sie plötzlich vor der Tür stehen! Viele versuchen es so lange wie möglich mit den Rezepten und Antworten von vorgestern: Weiter auf der Karriereleiter, höheres Gehalt, höhere Herausforderungen, mehr Verantwortung – also „einfach weiter im Text, dann wird es schon irgendwie besser werden“. Aber das ist natürlich nur vordergründig einfacher und bequemer, und irgendwann geht es nicht mehr weiter. Mit einem abgelaufenen Flugticket reist es sich nicht gut.

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Ich möchte Sie für die Frage interessieren, wie weitreichend Ihr Wunsch nach beruflicher Veränderung ist. Geht es bei Ihnen auch um mehr als nur den „nächsten Job“? Sind Sie, ist Ihr Leben womöglich gerade in einer Phase des Umbruchs?

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