Die drei Ebenen des Projekts Neuorientierung

3Brücken

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie selbstverständlich Menschen ihren beruflichen Neustart allein durch Grübeln hinbekommen wollen.

Ich bin seit Jahren unzufrieden mit meinem Job, und ich beschäftige mich schon so lange mit möglichen Alternativen. Aber ich komme einfach nicht weiter! Mir fällt nicht ein, was ich tun könnte. Oder wollte. 

Meine erste Frage ist dann meistens: Was haben Sie denn bisher getan, um auf neue Ideen zu kommen? Wie haben Sie danach gesucht? Und in den meisten Fällen lautet die verdutzte Antwort ungefähr so :

Was hätte ich denn TUN sollen? Ich habe natürlich nachgedacht! Ganze Nächte habe ich schon vergrübelt. Und natürlich rede ich ständig mit allen möglichen Leuten darüber. Glauben Sie nicht, dass ich es mir leicht mache! Aber mir kommt einfach keine gute Idee… „Die drei Ebenen des Projekts Neuorientierung“ weiterlesen

Paula – ein Fall von Profil-Blockade

Tom Diesbrock - mentale Blockade

Ich traf heute eine Bekannte von mir, eine junge Frau, nennen wir sie Paula, die ich im Frühjahr auf einer Wanderung kennen gelernt hatte. Das Gespräch kam bald auf ihre berufliche Situation, die alles andere als rosig ist: Paula hat ihr Abi seit zwei Jahren in der Tasche und weiß immer noch nicht, wohin ihre berufliche Reise gehen soll. Sie hält sich mit Jobs über Wasser, wird damit aber immer unglücklicher, denn sie möchte endlich etwas tun, was sie fordert und weiterbringt.

Paula hatte sich im Sommer auf einen Studienplatz für Medizin beworben und eine Absage bekommen. Jetzt erzählte sie mir von ihren Überlegungen, vielleicht in Budapest zu studieren. Ich fragte sie (wie das so meine Art ist), was sie denn nach dem Studium genau machen möchte. Sie wolle zwar Ärztin werden, aber nicht Patienten auf Dauer betreuen, also keine zu alten Leute, Sportmedizin könne sie sich vorstellen – oder Anästhesie, denn das habe mit Technik und Biologie zu tun, was sie interessierte, und es sei nicht mit so viel Patientenkontakt verbunden… Das machte mich stutzig. In ihrer Vorstellung vom Arztberuf schienen die Menschen nicht der entscheidende Faktor zu sein. Da läge es doch näher, gleich etwas Technisches, Pharmazeutisches oder Biologisches zu studieren? Hmm, ja, da sei etwas dran. „Paula – ein Fall von Profil-Blockade“ weiterlesen

Die Risiken des Bleibens

„Auch wenn vieles dafür spricht, sich beruflich zu verändern, ist es nicht viel zu riskant, einen sicheren Job aufzugeben?“ 

Wo es um berufliche Neuorientierung geht, ist diese Frage selten weit – egal ob ich mit veränderungswilligen Menschen oder Journalisten spreche, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Dabei wird ganz selbstverständlich davon ausgegangen, dass Veränderungen immer unsicherer sind als das Festhalten am Status Quo.

Diese Logik ist nicht so logisch, wie sie auf den ersten Blick vielleicht erscheint. „Die Risiken des Bleibens“ weiterlesen

Ein Interview zu „Jetzt mal Butter bei die Fische!“

Ihr letztes Buch hieß „Ihr Pferd ist tot? Steigen Sie ab“ und richtete sich auch an Menschen, die unzufrieden mit ihrem Job sind. Wodurch unterscheidet es sich zu ihrem neuen Buch?

Ihr Pferd ist tot? habe ich für Menschen geschrieben, die sich einreden, keine Alternative zu ihrem toten Job-Pferd zu haben. Ihnen wollte ich zeigen, dass ihr Problem wahrscheinlich nicht mangelnde Kompetenzen und Chancen sind, sondern dass innere Blockaden und Ängste sie daran hindern, über ihren Tellerrand zu schauen. Jetzt mal Butter bei die Fische spricht Menschen an, die das Zweifeln hinter sich haben und die sich jetzt auf den Weg zum neuen Job machen wollen – aber nicht so genau wissen, wie sie es anstellen sollen. Das neue Buch ist quasi die Fortsetzung des Toten Pferds. „Ein Interview zu „Jetzt mal Butter bei die Fische!““ weiterlesen

Die Sache mit der Initiative (mit Lesetipp)

Es hat sich wohl inzwischen herumgesprochen, dass es für berufliche Neuorientierer keine gute Idee ist, lediglich auf Stellenausschreibungen zu reagieren. Immer weniger Jobs werden tatsächlich auf diesem Weg besetzt – und vor allem nicht die interessanten. 

Entsprechend wichtiger wird es, die richtigen Leute an den richtigen Stellen zu kennen. Oder noch wichtiger: Dass die richtigen Leute den potenziellen Interessenten kennen! Und wie erreicht er das?
„Die Sache mit der Initiative (mit Lesetipp)“ weiterlesen

Traumjobs – never forever!

Meine Leser wissen, dass ich diesen Begriff nicht sonderlich mag. Das hat verschiedene Gründe. Da er aber fast überall aufploppt, wo es um berufliche Neuorientierung geht, werde ich ständig mit ihm konfrontiert.

„Ich habe meinen Traumjob immer noch nicht gefunden.“ 
„Wie kann es sein, dass ich einfach nicht weiß, was mein Traumjob ist?“
„Wenn ich nicht so blockiert wäre, wüsste ich natürlich, wie mein Traumjob aussieht.“

Und viele meiner Autorenkollegen verkaufen den Weg zu Berufung und Traumberuf als spaßig-entspannten Spaziergang – wenn man nur weiß, wo es langgeht. „Traumjobs – never forever!“ weiterlesen

LeseEmpfehlung: Über den neuen Gründungszuschuss

Mit Beginn des Jahres wurden ja bekanntlich die Regeln zur Vergabe des Gründungszuschusses der Arbeitsagentur verändert. Ich habe seitdem mehrfach erlebt, dass potenzielle Gründer verunsichert waren, weil sie nicht mehr einschätzen können, wie groß ihre Chance auf den Zuschuss ist.

Folgender Artikel auf Spiegel online bringt noch einmal ein wenig Licht ins Dunkel:
Lotterie für Fördergelder