Ihre neue Job-Idee darf unklar sein!

Was hält unzufriedene Menschen davon ab, den alten, langweilig oder nervig gewordenen Job endlich an den Nagel zu hängen? 


Fragen wir einen Betroffenen, wird er wahrscheinlich sagen: 
„Weil ich nicht weiß, wie eine berufliche Alternative aussehen kann.“ 


Fragen wir diesen Betroffenen nach einigen Monaten erneut, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass er antwortet: 
„Weil ich nicht weiß, wie eine berufliche Alternative aussehen kann.“ 

Warum ist er in dieser Zeit nicht ein bisschen weiter gekommen? Möglicherweise liegt es an einem Denk-Fehler, dem ich ziemlich häufig begegne:

Wenn wir uns trauen, über unseren Tellerrand nach beruflichen Alternativen zu schauen, stoßen wir fast immer erst einmal auf verschwommene Ideen, Träume oder Fantasien. Genau das brauchen wir auch, um einen Job zu finden, der uns näher am Herzen liegt als der, den wir ja lieber heute als morgen verlassen würden. Der Weg zu dem neuen, besseren Job beginnt genau HIER – im noch Vagen, Unklaren und Skizzenhaften! 

Im Laufe unserer Beschäftigung damit, indem wir immer mehr klären und recherchieren, was genau wir tun wollen und können, wird das Bild dann klarer und detaillierter. Schließlich werden wir die mögliche Alternative mit unserem heutigen Job vergleichen und feststellen, ob ein Wechsel wirklich vorteilhaft wäre.

Irgendwie logisch, oder?

Leider machen viele Menschen den – in meinen Augen – großen Fehler, gleich zu Beginn viel zu viel von ihren Job-Ideen zu verlangen: Sie vergleichen nämlich diese „kleinen Pflänzchen“ mit dem, was sie seit vielen Jahren haben und tun – und stellen dann fest, dass diese Ideen viel zu unkonkret und unklar sind und damit keine echten Alternativen sein können.

Klar, von den Tätigkeiten, die wir seit Jahren fast im Schlaf erledigen können, kennen wir natürlich jeden kleinsten Aspekt, jedes Detail. Dagegen MUSS jede neue Alternative erst einmal völlig unklar sein. Aber so ein Vergleich ist einfach nicht fair! Und das Ergebnis wird immer sein, dass ich lieber bei dem bleibe, was ich habe und kenne. 

(In Norddeutschland haben wir das Sprichwort: „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“ – wohl auch wenn ihm die ewig gleiche Kost zum Hals heraus hängt.)

Es erfordert sicher einigen Mut, vor dem Neuen und noch Unklaren nicht gleich die Augen zu verschließen. Aber wenn wir es ernst meinen mit unserer Suche nach beruflichem Neuland, kommen wir nicht daran vorbei, uns erst einmal mit allen möglichen Ideen zu beschäftigen – vor allem wenn sie sexy sind…

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